Asset Allokation

Bei der Asset Allokation habe ich keine Lösung, um sie auf Grundlage eines Algorithmus durchzuführen oder sie auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu begründen. Ich leite meine Asset Allokation aus meiner Risikobereitschaft ab. 

Mir ist mein Vermögen nicht zugeflogen, es ist erarbeitet worden, auch mit viel Freizeitverzicht. Das steckt in mir. Und trotz aller Begeisterung für die Kapitalmärkte, ich weiß, wie ich emotional reagiere, wenn die Märkte stark fallen. Die Stimmung könnte in solchen Situationen besser sein.

Als Anlagenklassen kommen für mich aktuell Aktien, Anleihen und und Edelmetalle in Frage. Mit anderen Anlagenklssen wie z.B. direkte Beteiligung an Unternehmnen und Immobilien beschäftige ich mich nicht.

Mein Ansatz ist, dass ich bei den Investitionen in Aktien mit Rücksetzern von 20% - 30% rechnen muss. Wenn ich bereit bin, Verluste in Höhe von 10% - 20% meines Vermögens hinzunehmen, leitet sich daraus eine Aktienquote von ca. 45% - 55% ab. 

Da ich keine Erträge aus meinen liquiden Vermögen benötige, bin ich ein wenig großzügiger und befriedige mein Sicherheitsbedürfnis. Es sind dann nicht die bis zu 10% aus den Diskussionen der Finanzexperten, sondern 15% - 20% Edelmetalle vom liquiden Vermögen, die ich ansetze.

Daraus ergibt sich dann rechnerisch eine Quote für festverzinsliche Anlagen von 30% - 35% für das restliche liquide Vermögen. 

Zu mindestens in den letzten beiden Jahren hat die Aufteilung für mich sehr gut funktioniert. 

(Stand Juli 2025)

Risikomanagement

Mein Verständnis von Risikomanagement in der Vermögensanlage basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen. Meine individuelle Risikobereitschaft, also wie viel Risiko ich bereit bin einzugehen und im Falle eines Verlustes zu ertragen, ist meine persönliche Entscheidung. Maßnahmen zur Risikosteuerung sind aus meiner Sicht nur dann wirklich effektiv, wenn sie präventiv ergriffen werden. Bei drohendem Eintritt eines Risikos sind die Optionen zur Schadensbegrenzung durch die einhergehende emotionale Belastung gerade bei der Vermögensanlage oft stark beeinträchtigt.

Die Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen (z. B. Aktien, Anleihen, Edelmetalle) ist meine erste und wichtigste Maßnahmen, um das Risiko zu steuern. Dazu lege ich Bandbreiten fest, wie die prozentualen Verteilung meines Vermögens auf die verschiedenen Anlageklassen erfolgen soll.

Als Investor in den marktbreite ETFs und aktiv gemanagte Fonds verfolge ich keine aktive Handelsstrategie. Trotzdem werde ich nicht jede Marktschwankung voll investiert mitgehen. Meine Überlegungen gehen aktuell in die Richtung, dass ich in Korrekturphasen nicht aktiv werde. Sollten mein Aktienportfolio mehr als 20%- 25% verlieren und liegen gewichtige fundamentale Gründe für die Verluste vor, werde ich situativ entscheiden, ob ich mein Aktienanteil reduziere.

Das Kursrisiko bei Anleihen ist aus meiner Sicht vernachlässigbar. Das Kreditausfallrisiko sollte durch die Diversifizierung der eingesetzten Produkte keine größere Auswirkung auf mein liquides Vermögen haben. Ein Währungsrisiko schließe ich dadurch aus, dass ich weitgehend in Euro-Anleihen investiere.

Physische Edelmetalle sind zwar einem Kursrisiko unterworfen, aber bedingt durch den Spread bei An- und Verkauf illiquide. Dazu kommt, dass ich meine physische Edelmetalle bis zum Ableben nicht veräußern möchte. Für mein Buch-Gold und -Silber verfolge ich einen aktiven Handelsansatz. Da ich Marktschwankungen zu meinen Gunsten ausnutzen möchte, ist damit das Eingehen höherer oder spezifischerer Risiken verbunden. Es kommen keine spezifischen Risikobregrenzungsstrategien zum Einsatz.

Die regelmäßige Überprüfung der Vermögensanlagestrategie soll sicherstellen, dass die Risikosteuerungsstrategien noch angemessen sind.

(Stand Juni 2025)

Investition in Aktien


Mitte 2023 habe ich mich von meinem bisherigen Ansatz des aktiven Aktienhandels und der Investition in Themen-ETFs verabschiedet. Stattdessen verfolge ich seither einen  passiveren Ansatz und investiere nur noch in globale Aktien-ETFs (Welt AG) und aktiv gemanagte Fonds.

Der Hauptgrund war die Erkenntnis, dass ich mit meinem aktiven Ansatz, trotz einiger Erfolge im Laufe der Zeit, nie die Rendite eines MSCI World erreichen konnte. Ich musste mir eingestehen, dass mir für einen erfolgreichen aktiven Handel schlichtweg die Zeit, das Fachwissen und vielleicht auch die nötige emotionale Distanz fehlen.

Hinzu kommt, dass meine finanzielle Situation es nicht erfordert, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Ein jährliches Ergebnis von 6 bis 7 Prozent meines liquiden Vermögens reicht mir vollkommen aus, um meinen Lebensstandard langfristig zu sichern.

(Stand Oktober 2025)

Aktien ETFs

Meine Erfahrungen mit Themen-ETFs waren eher ernüchternd. Oftmals bin ich zu spät auf den Zug aufgesprungen und konnte keine überzeugenden Ergebnisse erzielen. Daher habe ich mich entschlossen, auch hier einen einfacheren Weg zu gehen und auf themenspezifische Investments zu verzichten. 

Ich wäre mir nicht treu geblieben, wenn der erste Wurf der letzte Wurf gewesen wäre. So habe ich immer Dezember 2024 den Vanguard FTSE All World gegen den Kommer ETF getauscht. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren mehrere Faktoren: ich wollte  einen höheren Anteil an Small- und Mid-Caps, einen geringeren Nordamerika-Anteil, einen höheren Anteil an Emerging Markets und eine geringere Gewichtung der Mega-Konzerne.

In anderen Depots, die betreue setze ich allerdings weiter den Vanguard FTSE All World ein. Auch setze ich dort das GlobalPortoflioOne von Dr. Andreas Beck ein.

(Stand Oktober 2025)

Exkurs: Meine Erfahrung mit einem Robo-Advisor

Die Versprechungen von Robo-Advisors, komplexe Algorithmen zur Portfolioerstellung zu nutzen, haben bei mir hohe Erwartungen geweckt. Letztendlich konnte ich jedoch keine signifikanten Unterschiede zu herkömmlichen Weltportfolios feststellen.

Die Behauptung, ein Robo-Advisor würde ein personalisiertes Anlageportfolio basierend auf individuellen Finanzdaten, Zielen, Risikotoleranz und Anlagehorizont erstellen, klingt zunächst sehr anspruchsvoll. Tatsächlich beschränkt sich die 'Personalisierung' jedoch oft auf die Beantwortung einiger Fragen, woraus letztendlich eine standardisierte Aktien- und Anleihenquote resultiert. Vielleicht ist das aber auch schon der Kern dessen, was in diesem Bereich möglich ist.

Aber der Reihe nach: nach dem Ende meiner aktiven Handelskarriere überlegte ich, einen Robo-Advisor zu testen. Meine Überlegung war, eine unkomplizierte Lösung für meine Vermögensanlage zu finden.

Ich habe mich für Quirion entschieden, weil es in Tests gut abgeschnitten hat und weil ich von Karl Matthäus Schmidt überzeugt bin. 

Besonders positiv hervorzuheben ist die umfassende Produktpalette von Quirion, die den Bedürfnissen der meisten Anleger gerecht wird. Das globale Portfolio besteht aus einem soliden Aktien- und Anleihenportfolio, dessen Gewichtung entweder automatisch vom Robo-Advisor oder individuell festgelegt werden kann. Zusätzlich zum verzinsten Verrechnungskonto bietet Quirion die Möglichkeit, in ein Geldmarktprodukt zu investieren. Für Anleger, die eine thematische Ergänzung wünschen, stehen zudem Themen-ETFs zur Verfügung.

Eine Besonderheit bei Quirion sind die ungewohnten Bearbeitungszeiten für Portfolio-Transaktionen. Dies ist jedoch kein Mangel, sondern eine bewusste Entscheidung, um durch die Bündelung von Transaktionen Kosten zu senken. So müssen Anleger mit einer Bearbeitungszeit bis zu 4-5 Werktagen bei Ein- oder Auszahlungen aus den Portfolien rechnen.

Quirion legt großen Wert auf eine transparente und umfassende Kommunikation mit seinen Anlegern. Durch einen informativen Podcast mit Karl Matthäus Schmidt und einen eigenen YouTube-Kanal werden Investoren regelmäßig auf dem Laufenden gehalten. Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Kundenservice waren ebenfalls sehr positiv: meine vier oder fünf Anfragen wurden stets zeitnah und kompetent beantwortet. Die Service-Hotline ist gut erreichbar.

Hier zeigt sich meine berufliche Vergangenheit als Controller: Ich bin nicht der Typ, der einfach investiert und die Entwicklung abwartet. Ich möchte die Performance meines Portfolios genau verstehen und analysieren. Um dies zu erreichen und Vergleiche mit anderen Portfolios zu ermöglichen, bleibt mir nichts anderes übrig, als mein Portfolio manuell nachzubilden. Das ist machbar, erfordert aber einen gewissen Zeitaufwand.

Wie erwartet, lag die Performance des Aktienanteils im Quirion-Portfolio in 2024 lange leicht unter dem MSCI World ACWI. Auf die letzten drei Jahre bezogen, wären es 10% gewesen. Dies ist jedoch ein bewusster Kompromiss, um ein ausgewogeneres Portfolio zu erreichen. Ähnliche Effekte beobachte ich auch beim Kommer-ETF. In den letzten Monaten hat das Portfolio aufgeholt und liegt im Jahresvergleich leicht über dem MSCI World ACWI. Daher sehe ich kein Problem darin, dass 10% meiner Aktieninvestments in diesem Portfolio verbleiben.

Was mir persönlich bei dieser All-in-One-Lösung fehlt, ist ein integriertes Risikomanagement. Eine marktabhängige Anpassung der Aktien- und Anleihenquote, wie ich sie mir vorstelle, ist leider nicht implementiert.

Für Anlageneulinge mit einem langfristigen Zeithorizont halte ich Robo-Advisors wie Quirion für eine ausgezeichnete Wahl. Sie bieten eine intuitive Plattform und Zugang zu soliden Anlageprodukten. In dieser Phase steht ein einfaches Risikomanagement im Vordergrund, was Quirion gut über die Online-Befragung abdeckt.

Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, dass meine spezifischen Anforderungen an die Vermögensverwaltung in meiner aktuellen Lebensphase über das Leistungsspektrum eines Robo-Advisors hinausgehen. Daher plane ich, mich zu gegebener Zeit an einen  Vermögensverwalter zu wenden, der maßgeschneiderte Lösungen und individuelle Dienstleistungen anbieten kann.

(Februar 2025)

Aktien Fonds

Aktiv gemanagte Fonds dienen bei mir als bewusstes Gegengewicht zu meinem marktbreiten ETF, der die Welt AG abbildet. Damit möchte ich berechtigten Kritikpunkten an marktbreiten ETFs Rechnung tragen.

Aktiv gemanagte Fonds bieten mir die Möglichkeit, in spezialisierte Anlagestrategien zu investieren. Trotz der kontroversen Diskussion sehe ich die Existenzberechtigung sowohl von marktbreiten ETFs als auch von aktiv gemanagten Fonds. Für mich sind beide Anlageformen wertvolle Instrumente.

Bei aktiv gemanagten Fonds investiere ich nicht nur in die zugrunde liegenden Vermögenswerte, sondern auch in die Expertise, das Know-how und die Persönlichkeit der Menschen, die den Fonds verwalten. Deshalb bevorzuge ich Fondsmanager aus dem Dach-Raum, idealerweise Boutiquenfonds. Wichtig ist mir die Präsenz in den sozialen Medien/regelmäßige Berichterstattung bzw. die Möglichkeit des persönlichen Zugangs.

Die Performance ist bei der Fondsauswahl ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. Ich berücksichtige auch die Volatilität und meine individuelle Risikotoleranz. Ein Fonds mit hoher Rendite, aber hohem Risiko, ist nicht zwangsläufig die richtige Wahl für mich.

(Juni 2025)

Investition in Anleihen

Anleihen haben in meiner Anlagestrategie bis Anfang 2025 eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Freie Liquidität habe ich auf Tagesgeldkonten und in Geldmarkt-ETFs geparkt.

Zum einen lag es an der inversen Zinsstruktur in den letzten Jahren, wo kurzlaufende Anleihen höhere Renditen als langlaufende Anleihen erzielten. An den Märkten, an denen es höhere Zinsen gab, hätte ich das Währungsrisiko akzeptieren müssen, das ich bei meiner aktuellen Vermögensanlagestrategie nicht eingehen möchte. Mir reicht das Zinsänderungsrisiko, da möchte ich nicht auch noch ein Währungsrisiko im Depot haben.

 In den letzten Monaten sind nun verschiedene Ereignisse eingetreten, die dazu führten, mich bei den Anleihen ETFs breiter aufzustellen. Mit der Liquidierung meiner GmbH als auch mit der Abwicklung meiner P2P-Investments wurden Gelder frei, die neu investiert werden mussten. Auch waren die volatilen Aktienmärkte ein Grund, mir die Anleihenmärkte näher anzuschauen. Wie bei meinen Aktieninvestments möchte ich zukünftig in ETFs und Fonds investieren.

(April 2025)

Geldmarkt-/Anleihen-ETFs

 Eingesetzt habe ich in den letzten beiden Jahren im Anleihenbereich ausschließlich Geldmarkt-ETFs. Das Ziel dieser Fonds ist es, eine Rendite zu erzielen, die eng an den aktuellen Geldmarktzins des jeweiligen Währungsraums (z.B. den €STR – Euro Short-Term Rate – im Euroraum) gekoppelt ist. 

Auch wenn sich die Zinssituation bei den Staatsanleihen verbessert hat, sind für mich unabhängig von der Laufzeit der Staatsanleihen die Geldmarkt-ETFs immer noch die beste Lösung bei den risikofreien Anlagen. Das Zinsänderungsrisiko wird aus meiner Sicht bei den Staatsanleihen nicht ausreichend bezahlt. Für die Investiton in Staatsanleihen würde sich ein ETF anbieten, der den iBoxx EUR Sovereigns Eurozone Total Return abbildet.  Es gibt aber auch Sub-Indizes für spezifische Laufzeitbänder (z.B. 1-3 Jahre, 7-10 Jahre). 

Wenn ich in Unternehmensanleihen investieren, nehme ich einen ETF, der den 'Bloomberg Euro Corporate Bond Index' abbildet. Der Bloomberg Euro Corporate Bond Index zielt darauf ab, die Wertentwicklung des folgenden Markts abzubilden:

̵ auf EUR lautende Unternehmensanleihen
̵ nur Investment-Grade-Anleihen
̵ Anleihen mit Laufzeiten von mindestens 1 Jahr. 

In High Yield-Anleihen investiere ich über aktive Fonds.

(Juni 2025)

Anleihen Fonds

Ein mögliches Investment in Anleihen-Fonds ist Anfang 2025 ein Thema geworden. Die Gründe hatte ich bereits bei den Anleihe-ETFs ausgeführt. Wie bei den Aktien möchte ich auch Fondsmanagern eine Chance geben, Nutzen für meine Vermögensanlage zu stiften.

Ich habe in den ersten Wochen Anfang April 2025 der Recherche gemerkt, dass es einen Unterschied macht, ob ich nach passenden Aktien-Fonds oder passenden Anleihen-Fonds suche. Die Welt der Aktien ist mir vertraut, vielen Fondsmanager verfolge ich schon über einen längeren Zeitraum, Anleihen-Fonds sind eine neue unbekannte Welt. 

Meine Analyse hat gezeigt, dass die gängigen Informationsquellen für Anleihefonds Defizite aufweisen, die eine fundierte Risikobewertung erschweren: 

  • Volatilität als unzureichender Risikomaßstab: Während die auf Fondsplattformen ausgewiesene Volatilität eine grobe Orientierung bietet, ist sie für Anleihefonds nur bedingt aussagekräftig. Sie bildet nicht ab, in welche spezifischen Risikokategorien ein Fonds tatsächlich investiert – beispielsweise in Anleihen mit hohem Ausfallrisiko, langer Laufzeit oder besonderen Konditionen. Eine detaillierte Aufschlüsselung nach Bonität, Laufzeiten und Sektoren wäre hier essenziell.
     
  • Fehlende Granularität in den Auswertungen: Trotz intensiver Recherche war es mir bei den meisten Fonds nicht möglich, die spezifische Risikostruktur der Anlagen nachzuvollziehen. Ich konnte nicht erkennen, wie stark der Fonds beispielsweise in Hochzinsanleihen, Schwellenländeranleihen oder Wandelanleihen investiert ist. Diese Informationen sind jedoch entscheidend, um das Gesamtrisiko des Fonds beurteilen zu können.
     
  • Komplexität unbekannter Anleihentypen: Die Vermögensaufstellungen der Fonds enthielten wiederholt Anleihentypen, die mir völlig unbekannt waren. Dies führte zu zusätzlicher Verunsicherung und verdeutlichte, dass selbst mit intensiver Eigenrecherche ein tiefgehendes Verständnis der einzelnen Positionen oft kaum zu erreichen ist.
     
  • Oberflächliche Fondsmanager-Interviews: Auch Interviews mit Fondsmanagern, die eigentlich tiefergehende Einblicke bieten sollten, erwiesen sich oft als unzureichend. Kritische Fragen zu spezifischen Risikostrategien, Portfoliokonzentrationen oder dem Management unüblicher Anleihetypen blieben oft unbeantwortet oder wurden gar nicht erst gestellt. Dies trägt nicht zur nötigen Transparenz bei.

(April 2025)

Edelmetalle

Meine ersten Unzen Gold habe ich 2015 gekauft, meine letzten Unzen 2021. Damals war meine Motivation mich vor Schwierigkeiten des Euros zu schützen. Ich muss zugeben, ich habe mir damals zu viele Videos unserer Crashpropheten angeschaut. Aber wer die Preisentwicklung von Gold sieht, es war nicht zu meinem Schaden.


Beim Kauf vom physischen Gold haben sich die Auf- und Abschläge beim meinem Goldhändler, der Degussa AG in Köln, sehr ungünstig entwickelt. Ich habe keinen Überblick über die Goldhändler am Markt, aber Ihr solltet auf jeden Fall einen Preisvergleich durchführen, bevor Ihr physisches Gold kauft. 

Auch ist die Lagerung ein Thema. Selbst wenn wir ein Tresor hätten, ich hätte kein gutes Gefühl, derart viel Gold bei uns zu lagern. Wir haben deshalb ein Schließfach, was nicht ganz preiswert ist. Am Ende waren wir froh, überhaupt eine Lösung gefunden zu haben. Im Garten ist nichts verbuddelt. Wenn Ihr uns besucht, könnt Ihr den Spaten zu Hause lassen.


Seit Mitte 2024 investiere ich in Buchgold. Ich habe mich hier für DAXGOLD (A0S9GB) entschieden. Von der Stuttgarter Börse wird mit EUWAXGold II (EWG2LD) ein ähnliches Produkt angeboten, dass wohl bei längeren Haltedauern günstiger ist. Wichtig ist, dass bei beiden Produkten die einjährige Spekulationsfrist für Gold gilt.

  Buchgold ist für mich deshalb interessant, weil es nach Ablauf der Spekulationsfrist nicht der Kapitalerstragssteuer unterliegt und weil ich auf die Gewinne als freiwillig gesetzlich Versicherter keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen muss. Das ist ein Vorteil von 40% gegenüber Investitionen in Aktien oder anderen Assets. Mit dem Buchgold verfolge ich unter der Berücksichtigung der Spekulationsfrist einen aktiven Handelsansatz.

Folgende Beiträge gibt es von Prof. Hartmut Walz auf seinem Finanzblog wissenschaftlicher Sicht zum Thema 'Gold', auf die ich verweisen möchte:

Analyse und Bewertung von Gold als Anlageklasse

Übersicht verschiedener Anlagevehikel zum Golderwerb

Ende 2020/Anfang 201 habe ich einige Silbermünzen gekauft. Auch hier gibt es von Silberhändler zu Silberhändler erheblich Preisunterschiede. Für mich sind die Silbermünzen schon fast Liebhaberei, wenn ich den Spread zwischen An- und Verkauf sehe. Während Gold bei der Lagerung kein Problem ist, bei Silber ist es ein Thema. So hat Silber unser Schließfach relativ schnell gefüllt.

Es hätte jetzt noch die Möglichkeit eines Zollfreilagers gegeben, aber so groß war meine Begeisterung für Silber auch nicht, um mich mit solchen Konstruktionen zu beschäftigen.

(Mai 2025)

Handelsstrategien

Wenn ich mir meine Handelsstrategien anschaue, ist das wie eine Zeitreise durch die letzten sieben, acht Jahre meiner Vermögensanlage. Angefangen von einer Valuestrategie, gefolgt von der Dividendenstrategie über eine Trendfolgestrategie bin ich bei einer Buy & Hold-Strategie gelandet, bei der ich aktive Elemente wie antizyklisches Investieren und eine Cash-Out-Strategie zulasse.

Valuestrategie

Die Valuestrategie, auch bekannt als Value Investing, ist eine langfristig orientierte Anlagestrategie, bei der man Aktien von Unternehmen kauft, die vom Markt als unterbewertet angesehen werden.

Die Strategie basiert auf der einfachen, aber wirkungsvollen Idee, den inneren Wert eines Unternehmens vom aktuellen Marktpreis seiner Aktie zu trennen. Ein Value-Investor ist wie ein Schnäppchenjäger: Er kauft hochwertige Güter, wenn sie im Sonderangebot sind. Man sucht also nach Unternehmen, deren Aktienpreis deutlich unter ihrem tatsächlichen Wert liegt.

Der Einstieg in die aktive Geldanlage war für mich die Value-Strategie, mit der ich mich etwa ein bis zwei Jahre intensiv beschäftigt habe. Bald musste ich jedoch feststellen, dass die Suche nach unterbewerteten Unternehmen der ersten oder zweiten Reihe mit meinen Möglichkeiten eine Illusion war. Ich glaube, dass hier die Markteffizienzhypothese erbarmungslos zuschlägt. Alle relevanten Informationen waren bereits in den Kursen eingepreist, was es für mich unmöglich machte, einen Vorteil zu finden.

Diese Erkenntnis konfrontierte mich mit "Mr. Market", der mir unmissverständlich klarmachte, dass nicht meine Überzeugungen oder Analysen die Kurse steigen lassen, sondern er allein den Takt vorgibt. Er kümmerte sich nicht um meine persönlichen Überzeugung, sondern handelte nach seiner eigenen Logik, die sich nicht immer mit meiner Analyse deckte.

Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie ist eine langfristige Anlagestrategie, die darauf abzielt, durch den Kauf von Aktien, die regelmäßig einen Teil ihrer Gewinne ausschütten, ein passives Einkommen zu generieren.

Das zentrale Ziel ist es, einen konstanten Geldfluss aufzubauen, der nicht von den täglichen Kursschwankungen der Aktien abhängt. Anleger, die dieser Strategie folgen, konzentrieren sich darauf, Unternehmen mit einer stabilen und im Idealfall wachsenden Dividendenhistorie zu finden. Sie analysieren die finanzielle Gesundheit der Unternehmen, um sicherzustellen, dass die Dividende auch in Zukunft sicher ist.

Ich konnte der Dividendenstrategie eine Zeit lang einiges abgewinnen. In der Handhabung war sie längst nicht so aufwendig wie die Value-Strategie, und der dahinterstehende Mindset, durch regelmäßige Belohnungen in Form von Dividenden motiviert zu werden, schien mir überzeugend.

Schmerzhaft war jedoch, dass ich in puncto Gesamtrendite regelmäßig vom Markt outperformt wurde. So schön die laufenden Belohnungen in Form von Dividenden auch waren, sie konnten die Entwicklung von schnell wachsenden Unternehmen im breiten Markt nicht ausgleichen. Am Ende ist eben entscheidend, was unter dem Strich herauskommt – und hier war die Dividendenstrategie oft im Nachteil.

Trendfolgestrategie 

Die Trendfolge ist ein Handels- oder Investmentansatz, der darauf abzielt, die Richtung eines Markttrends zu identifizieren und in diese hinein zu investieren. Im Gegensatz zum antizyklischen Investieren, bei dem man gegen den Markt handelt, folgt man hier der Herde. Das Motto lautet: "The trend is your friend."

Der Kern der Strategie besteht darin, eine Position zu eröffnen, sobald sich ein klarer Aufwärtstrend abzeichnet, und diese Position kontinuierlich auszubauen, solange der Trend anhält. Man geht davon aus, dass ein Trend eine gewisse Zeit bestehen bleibt.

Ich habe die Trendfolgestrategie einige Jahre lang angewendet, muss aber zugeben, dass mein Erfolg damit eher begrenzt war. Hinderlich war hier sicherlich auch meine fehlende Risikotolerenz. Und was vielleicht auch ein großes Thema ist, es hat Nerven gekostet.

Ich kam oft zu spät in den Markt oder bin nicht ausreichend in den Markt gekommen. Die Trendfolge erfordert, erst dann einzusteigen, wenn sich ein Trend bereits etabliert hat. Ich hatte oft das Gefühl, dass ein Großteil der Bewegung schon vorbei war, bevor ich überhaupt eine Position aufgebaut hatte.

Mir fehlte dann oft die mentale Stärke, um Rücksetzer durchzustehen. Obwohl Korrekturen innerhalb eines übergeordneten Trends normal sind, habe ich zu oft Positionen aus Angst verkauft, um weitere Verluste zu verhindern. Das widerspricht jedoch dem Prinzip der Strategie, die verlangt, an einer Position festzuhalten, solange der übergeordnete Trend intakt ist.

In den letzten beiden Jahren, in denen ich erheblich passiver unterwegs sein wollte und auch größtenteils war, hat das tendenzielle Festhalten an der Trendfolgestrategie, dann trotzdem hin und wieder dazu geführt, dass ich das Marktgeschehen nicht nur aktiv verfolgt habe, sondern auch aktiv eingegriffen habe.

Am Ende geht es gar nicht so sehr darum, mit welcher Strategie ist erfolgreicher bin. Letztlich geht es um Lebensqualität. Ich verfolge die Märkte mit Interesse, aber ich möchte nicht dauernd überlegen, ob ich aktiv wurden muss. Somit habe ich mich im Herbst 2024 von der Trendfolgestrategie verabschiedet.

Nicht verschweigen möchte ich in dem Zusammenhang meine Silber-Spekulation Anfang dieses Sommers. Nach zwei, drei Wochen war mir klar, ich will das nicht mehr. Auch nicht für Opportunitäten, die sich am Markt ergeben.

Buy & Hold-Strategie

Die Buy & Hold-Strategie ist eine wissenschaftlich fundierte Strategie, die ideal für langfristig orientierte Anleger ist, die Geduld und einen disziplinierten Ansatz schätzen.

Diese Strategie basiert auf der Überzeugung, dass Aktienmärkte auf lange Sicht eine positive Rendite erzielen. Anstatt zu versuchen, den Markt zu timen, setzt man darauf, durch Geduld und das Festhalten an den Investitionen die Kraft des Zinseszinseffekts voll auszuschöpfen. Der Fokus liegt nicht auf kurzfristigen Gewinnen, sondern auf dem langfristigen Wachstum des Unternehmens oder des Marktes.

Das Buy & Hold-Prinzip passt nicht zu einem unruhigen und umtriebigen Geist wie mir. Es besteht ein innerer Konflikt zwischen meiner Persönlichkeit und den Anforderungen der Buy & Hold Strategie. Mir fehlt es schlicht an Geduld, und obwohl ich mich als diszipliniert betrachte, stoße ich hier an meine Grenzen. Die Vorstellung, die Entwicklung meines Vermögens fast vollständig dem Markt zu überlassen und auf potenziell renditesteigernde, aktive Eingriffe zu verzichten, widerspricht meiner Natur.

Es war eine schwere Erkenntnis, aber nach Jahren musste ich mir eingestehen, dass ich den Markt mit meinen aktiven Handelsstrategien nicht schlagen konnte. Hinzu kam, dass dieser Ansatz einen enormen Zeitaufwand und eine hohe psychische Belastung mit sich brachte.

Somit verfolge ich heute eine Buy Hold-Strategie, wobei ich einige aktive Elemente wie antizyklisches Investieren und eine Cash-Out-Strategie zulasse. Dazu gehört auch ein Risiko-Management.

Antizyklisches Investieren

Antizyklisches Investieren ist eine Anlagestrategie, die sich bewusst gegen die vorherrschende Marktstimmung richtet. Man kauft, wenn der Markt pessimistisch ist und die Kurse fallen, und man verkauft, wenn der Markt euphorisch ist und die Kurse steigen.


Die meisten Anleger neigen dazu, der Masse zu folgen: Sie kaufen in einer Aufwärtsbewegung, wenn die Kurse schon hoch sind, und verkaufen in einer Abwärtsbewegung, wenn die Angst die Oberhand gewinnt. Antizyklisches Investieren kehrt dieses Verhaltensmuster um.

Ein antizyklischer Investor sieht eine Krise, eine Korrektur oder einen Börsencrash nicht als Gefahr, sondern als Chance. Wenn die Kurse fallen, sind viele hochwertige Unternehmen unterbewertet. Der Investor kauft in dieser Phase, um von der langfristigen Erholung des Marktes zu profitieren.

Wenn die Märkte überhitzen und die Preise extrem hoch erscheinen, beginnt der antizyklische Investor, seine Positionen zu reduzieren oder zu verkaufen. Das Ziel ist es, Gewinne zu sichern, bevor eine Korrektur einsetzt.

Mir ist klar, dass es extrem schwer ist, gegen die Emotionen des Marktes zu handeln und zu kaufen, wenn alles nach einem weiteren Fall aussieht. Auch unterschätze ich die Timing-Problematik nicht. Ich kann zu früh kaufen, und die Kurse fallen weiter. Es ist nahezu unmöglich für mich, den exakten Tiefpunkt zu treffen. Auch muss ich bereit sein, über einen längeren Zeitraum auf die Erholung des Marktes zu warten. Selbst kann ich mir auch gut vorstellen, dass ich in solchen Phasen wegen des emotionalen Drucks nicht aktiv werde. Dann ist das dann eben so.

Für mich liegt der klare Vorteil einer antizyklischen Strategie in der geringeren Handelsfrequenz. Das antizyklische Investieren belohnt Geduld, da man auf seltene, extreme Marktphasen wartet, um zu handeln. Im Gegensatz dazu erfordert eine Trendfolgestrategie eine höhere Aktivität und ein ständiges Reagieren auf die Marktentwicklung, was zu häufigeren Transaktionen führt.

Cash-Out-Strategie

Die Cash-Out-Strategie ist ein Investment-Ansatz, bei dem Gewinne systematisch realisiert werden, indem ein Teil des Kapitals aus einem Investment abgezogen werden. Das Hauptziel ist es, bereits erzielte Gewinne zu sichern und das damit verbundene Risiko zu reduzieren.

Sie unterscheidet sich von der klassischen "Buy & Hold"-Strategie, bei der man Investments langfristig hält, unabhängig von Marktschwankungen. Eine Cash-Out-Strategie hat immer eine definierte Regel, die vorgibt, wann und wie viel Geld abgezogen wird.

Ich selbst habe einen festen Betrag festgelegt, den das Aktien-Investment nicht überschreiten soll. Alle Gewinne, die über diesen Betrag hinausgehen, werden abgezogen. Ich nehme in Kauf, dass ich in einem starken Aufwärtstrend weitere Kursgewinne verpasse, wenn das Kapital erst einmal abgezogen wurde. Mir ist auch bewusst, dass jede Realisierung von Gewinnen eine Steuerpflicht auslösen kann.

Ein wesentlicher Vorteil der Strategie ist für mich, dass sie regelbasiert ist. Sie schützt mich wirksam vor Gier, weil sie mich konsequent dazu anhält, Gewinne zu realisieren. Zugleich reduziert sie das Risiko meines Portfolios, da ein Teil des Kapitals aus dem Markt genommen und so vor möglichen Verlusten geschützt wird.  

Wer "schützt mich wirksam vor Gier" oder "ein Teil des Kapitals wird vor möglichen Verlusten geschützt" liest, versteht sofort das Problem. Es geht um die inneren Stimmen, die bösen Geister, die nach Aufmerksamkeit und Handlung verlangen.

Für mich ist die Cash-Out-Strategie ein Weg, diesen psychologischen Impulsen ihr Futter zu geben. Indem ich nach einer festen Regel Gewinne sichere, befriedige ich das Bedürfnis zu handeln, ohne dass die "bösen Geister" der Gier und Angst größeren Schaden anrichten können

(August 2025)

Wissenschaftliches Investieren

Meine durchaus vorhandene Leidenschaft für die Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten gelitten. Ich erlaube mir daher eine eigene Meinung zu bilden, selbst wenn diese vom aktuell kommunizierten Stand der Wissenschaft abweicht. Das betrifft auch den Bereich der Vermögensanlage.

Da es in der öffentlichen Kommunikation, insbesondere in den sozialen Medien, oft einfacher ist, sich der vorherrschenden wissenschaftlichen Meinung anzuschließen, habe ich meine eigene Anlagestrategie kritisch hinterfragt, ob sie die wissenschaftlichen Anforderungen erfüllt oder ob ich gegen den Strom schwimmen muss.

Zur Beantwortung dieser Frage werde ich die wissenschaftlichen Grundlagen des Investierens darlegen, daraus eine beispielhafte Anlagestrategie ableiten und diese anschließend mit meinem eigenen Vorgehen vergleichen.

Wissenschaftliche Grundlagen 

Nach der Modernen Portfoliotheorie (Harry Markowitz) wird das Risiko eines Portfolios nicht durch die einzelnen Titel bestimmt, sondern durch das Zusammenspiel der Titel zueinander. Durch eine extrem breite Streuung (Diversifikation) in viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen lässt sich das sogenannte unsystematische Risiko (Unternehmensrisiko) minimieren.

Die Hypothese der effizienten Märkte (Eugene Fama) besagt, dass in den Kursen aller Wertpapiere bereits alle öffentlich verfügbaren Informationen eingepreist sind. Daraus folgt, dass es für die meisten Anleger nahezu unmöglich ist, den Markt durch Informationsvorteile zu schlagen (Markteffizienzhypothese).

Daniel Kahnemann und Amos Tversky legten den Grundstein für die Verhaltensökonomie und stellten die traditionelle Annahme in Frage, dass Menschen in ihren wirtschaftlichen Entscheidungen immer rational handeln. In der Vermögensanlage ist der Mensch anfällig für kognitive Verzerrungen.

Über die bloße Marktrendite hinaus gibt es wissenschaftlich identifizierte Faktoren, die langfristig zusätzliche Rendite bringen. Dazu gehören unter anderem der Value-Faktor (Aktien mit niedrigem Preis im Verhältnis zum Unternehmenswert) oder der Small-Cap-Faktor (kleine Unternehmen), die höhere Renditen erzielen, weil sie als riskanter gelten (Eugene Fama und Kenneth French).

Strategien wie Stock-Picking und Market-Timing stehen im direkten Gegensatz zu wissenschaftlich fundiertem Investieren. Die Annahme, man könne den Gesamtmarkt durch die Auswahl einzelner Aktien oder das Erraten des idealen Zeitpunkts übertreffen, ignoriert die Erkenntnisse der Markteffizienz. Diese belegen, dass der Versuch, den Markt zu timen, statistisch ineffizient und mit hohem Risiko verbunden ist.

Wissenschaftlich fundiertes Investieren 

Das wissenschaftlich fundierte Investieren lässt sich heute in der Praxis durch die folgenden Elemente umsetzen:

ETFs (Exchange Traded Funds): Sie bilden einen breiten Marktindex wie den MSCI World oder einen globalen Anleiheindex kostengünstig und diversifiziert ab. Sie sind das Herzstück des wissenschaftlichen Investierens für Privatanleger, weil sie die Marktrendite abbilden.

Strategische Asset-Allokation: Man bestimmt eine langfristige Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien, die zum individuellen Risikoprofil passt, und hält sich diszipliniert daran.

Buy & Hold: Emotionale Reaktionen auf kurzfristige Marktschwankungen werden vermieden. Die Strategie wird langfristig beibehalten, und es wird regelmäßig investiert (z. B. per Sparplan), um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.

Rebalancing: Um die ursprünglich festgelegte strategische Asset-Allokation beizubehalten, erfolgt ein Rebalancing. Es stellt sicher, dass das Risikoprofil des Portfolios konstant bleibt, indem man diszipliniert hochgelaufene Positionen verkauft und untergewichtete Positionen zukauft.

Begriffe wie prognosefrei, regelbasiert und passives Investieren beschreiben diesen Ansatz ebenfalls treffend.

 Anspruch und Wirklichkeit

Bei der strategischen Asset-Allokation und dem Rebalacing ist mir nichts vorzuwerfen. Da bekomme ich eine hohe Punktzahl. Abzüge muss ich mir gefallen lassen, weil die Gewichtung in der Tendenz zwar beibehalte, aber mir schon erlaube, hin und wieder kleinere Anpassungen vorzunehmen.

Mit dem Einsatz von aktiven Fonds, sie machen immerhin gut 50% bei den Aktien und Anleihen aus, verlasse ich aber den Pfad der Tugend des Index-Investments. Erschwerend dazu kommt, dass ich antizyklisch agiere, was dann unter die Kategorie "Market Timing" fällt. Auch meine Cash-Out-Strategie und mein Risikomanagement sind aktive Elemente in meiner Strategie. Damit ist auch Buy & Hold ein Stück weit vom Tisch. Richtig gute Noten sind damit für mich nicht mehr erreichbar.

Ich kann mir aber positiv anrechnen, dass ich mir meiner kognitiven Verzerrungen bewusst bin und dass ich deshalb weitestgehend regelbasiert agiere. Der mögliche Schaden ist somit überschaubar, den ich mit den aktiven Elementen meiner Strategie anrichte.

Zusammenfassend würde ich mich aus wissenschaftlicher Sicht somit als schwierigen Fall bezeichnen, der in einigen Dingen uneinsichtig ist und gegen den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse immer wieder verstößt. Auch wenn damit eine akademische Karriere außer Reichweite ist, ich bin mir sicher, dass die meisten Wissenschaftler sich freuen würden, in meiner Erbfolge berücksichtigt zu werden.

(Juli 2025)

Charttechnik

Mir ist bewusst, dass die Charttechnik in Fachkreisen kontrovers diskutiert wird. Doch für meine persönliche Vermögensanalagestrategie, bei der insbesondere der Aktienanteil meines Portfolios festgelegt werden muss, habe ich keine Methode gefunden, die mir eine vergleichbar schnelle und effiziente Markteinschätzung ermöglicht, um zeitnahe Entscheidungen zu treffen. Kleinere, niedrigvolumige Spekulationen lasse ich hierbei bewusst außen vor, da sie kaum Relevanz für mein Gesamtergebnis haben.

Die Charttechnik interessiert mich nicht für das 'Warum' einer Kursbewegung, sondern für das 'Was' und 'Wie' – also die tatsächliche Kursentwicklung und ihr Verhalten. Für meinen Anlageansatz genügt mir die Gewissheit, im aktuellen Moment korrekt positioniert zu sein. Obwohl ich das fundamentale Umfeld selbstverständlich verfolge, habe ich die Ableitung von Begründungen für Marktentwicklungen und Prognosen daraus aufgegeben. Ich sehe mich schlichtweg außer Stande, die unzähligen wirtschaftlichen und politischen Faktoren umfassend zu erfassen, zu bewerten und deren Auswirkungen auf die Märkte sowohl ex post wie auch ex ante zu bestimmen.

Wie so oft im Leben gibt es auch an den Märkten nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grautöne. Globale Ereignisse und unvorhersehbare Entwicklungen können sich meiner Analyse nicht entziehen. In solchen Ausnahmesituationen erlaube ich mir dann, auch entgegen charttechnischer Signale einzugreifen.

Wie ich bereits ausführte, schätze ich die pragmatischen Vorteile der Charttechnik, insbesondere ihre Schnelligkeit und Effizienz für die Beurteilung meines Aktienportfolios. Trotzdem mache ich daraus kein Dogma; ich bin mir der Grenzen bewusst und behalte mir Flexibilität vor, wenn globale Ereignisse oder das Gesamtbild dies erfordern.

Gerade weil ich diese Grenzen kenne und die Komplexität der Finanzmärkte anerkenne, beschränke ich mich in meiner Anwendung auf nur wenige, fundamentale Charttechniken:

Höhere Hochs, tieferen Hochs, tiefere Tiefs und höhere Tiefs sind für mich wichtige Marken, die mir bei Trendanalyse helfen. Mir geht es primär darum, Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtstrends zu erkennen. Ich nutze sie nicht, um potenzielle Einstiegs- und Ausstiegspunkte zu finden oder mein Risikomanagement zu steuern.

50- und 200-Tage-Linien (gleitende Durchschnitte) sind für mich Anhaltspunkte, um die Stärke des Marktes zu beurteilen. Oft diskutiert wird die Bedeutung vom "Golden Cross" und "Death Cross". Ich selbst kann das nicht nachvollziehen, weil das Signal aus meiner Sicht oft viel zu spät kommt, um es verwerten zu können.

Unterstützungen und Widerstände sind Zonen, in den potenzielle Wendepunkte liegen oder Zonen erhöhter Aktivität markieren sollen. Ihre Bedeutung soll darin liegen, dass sie historische Verhaltensmuster der Marktteilnehmer widerspiegeln. Ich selbst nutze sie gerne, ich kann allerdings nicht sagen, ob sie nur dazu dienen, die Zeit zu überbrücken, bis die Marken fallen oder ob sie eine wirkliche Bedeutung haben.

Exponentielle Anstiege in der Charttechnik beschreiben eine Kursbewegung, die sich immer schneller beschleunigt. Auch wenn exponentielle Anstiege bei meinen gehandelten Werte seltener vorkommen, halte ich es für durchaus valide, sie als Warnung vor einem starken Rückgang oder einer Korrektur zu verstehen.

(Juli 2025)

P2P-Kredite

Anfang 2025 habe ich micht entschieden, meine verbliebenen P2P-Plattformen in die Abwicklung zu schicken. Letztlich macht die Sache nur dann Sinn, wenn ich dort auch mit einem gewissen Volumen dabei bin. Dann kann ich den zeitlichen Aufwand rechtfertigen, den ich dort investieren muss. Die Risiken und damit die mentale Belastung fällt nur dann weg, wenn ich dort nicht mehr investiert bin.  

Unter dem Gesichtspunkt der Performance müsste ich die P2P-Investments fortführen. Die letzten zwei, drei Jahre liefen sehr gut. Das werde ich am Anleihenmarkt nicht erreichen, in den ich die freiwerdenden Mittel investieren werde. Allerdings wird sich auch das Risiko reduzieren. Selbst High Yield-Anleihen am Kapitalmarkt dürften verdaulicher sein.  

P2P-Kredite waren lange Zeit ein Steckenpferd meiner Kapitalanlage, wobei ich den Höhepunkt meiner diesbezüglichen Aktivitäten inzwischen überschritten habe. Oft wird suggeriert, dass P2P-Investments passives Einkommen generieren. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Hochrisiko-Investment, das ständige Beobachtung und aktives Management erfordert und weit von einer passiven Anlagestrategie entfernt ist.

Im P2P-Bereich, wie in vielen anderen Bereichen auch, ist es wichtig, sich ein eigenes Bild zu machen und Informationen kritisch zu hinterfragen. Auch wenn ich die meisten der genannten P2P-Experten persönlich schätze, sollte man sich bewusst sein, dass sie als Finfluencer auch ihre eigenen Interessen verfolgen. Meine YouTube-Studie hat diese Problematik ebenfalls beleuchtet. Trotzdem möchte ich betonen, dass ich von den meisten dieser Personen profitiert habe und ihre Arbeit sehr schätze.

Passives Einkommen mit P2P-Krediten (Lars Wrobbel)

Wer sich umfassend über P2P-Kredite informieren möchte, kommt an Lars Wrobbel kaum vorbei. Er ist nicht nur Betreiber einer informativen Website, sondern auch auf YouTube sehr aktiv, wo er in verschiedenen Formaten (P2P Cafe, P2P News, Portfolio Update) regelmäßig neue Inhalte veröffentlicht. Seine Plattform-Ratings sind eine wertvolle Hilfe bei der Auswahl der richtigen P2P-Plattformen. Zudem hat er eine große Community aufgebaut, die insbesondere in seinen Telegram-Gruppen sehr aktiv ist.

re:think P2P (Denny Neidhardt)

Während Lars Wrobbel extrem breit aufgestellt ist, ist Denny Neidhardt eher fokussiert mit seinem P2P-Portfolio unterwegs. Neben seiner Webseite und er auch einen YouTube-Channel, auf dem er uns über seine Aktivitäten im P2P-Umfeld unterwegs. Relativ jung sind seine beiden Telegramm-Gruppen, die langsam aber stetig wachsen.

P2P-Game - Vermögensaufbau mit P2P Krediten (Thomas Butz)

Thomas Butz ist eine weitere wichtige Stimme in der deutschen P2P-Szene, von der ich regelmäßig profitiere. Seine informative Webseite und sein aktiver YouTube-Kanal bieten wertvolle Einblicke in die Welt der P2P-Kredite. Gemeinsam mit Lars Wrobbel betreibt er zudem das beliebte "P2P-Café", das eine hervorragende Informationsquelle darstellt.

P2P-Kredite.com (Claus Lehmann)

Mit Claus Lehmann begann alles. Meines Wissens war sein Forum lange Zeit die entscheidende Plattform, um sich über P2P zu informieren. In seinem Forum werden alle Themen abgedeckt, die für uns als P2P-Investoren von Interesse sind.

p2p-anlage (Andreas Thielmann)

Auf seiner Webseite können wir Andreas Thielmann bei seinen Aktivitäten verfolgen. Sein Anlagestil ist extrem risikoreich, aber sehr erfolgreich. Wenn ich es richtig verstanden habe, betreibt er das P2P-Geschäft professionell. Als Bandit ist er in verschiedenen P2P-Telegramm unterwegs und gibt immer wieder wichtige Hinweise.

Northern Finance (Aleks Bleck)

Im P2P-Umfeld mit der größten Reichweite bei YouTube, trotzdem als Letztes erwähnt. Das hat seinen Grund. Er hat immer wieder Plattformen auf seinem YouTube-Channel Raum geboten, die in der Community kontrovers diskutiert wurden. Mir hat bei ihm eine kritische Einordnung gefehlt. Ich bin ihm jetzt schon länger nicht mehr gefolgt, aber sein skin in the game war gerade in der Anfangsphase sehr überschaubar.

(Januar 2025)

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